Eine kleine Gruppe unserer Schule erhielt nach zwei Jahren erneut die besondere Gelegenheit, im Rahmen eines Hilfsprojekts in den Norden Ghanas zu reisen. Gemeinsam mit Frau Müller und Herrn Dr. Sonntag durften wir das alltägliche Leben der Menschen in Ghana hautnah erleben und wertvolle interkulturelle Erfahrungen sammeln.
Unsere Reise begann an der Küste im Süden Ghanas. Dort wurden wir intensiv mit der Geschichte der Kolonialisierung und des Sklavenhandels konfrontiert – Themen, die in unseren Lehrbüchern oft nur am Rande behandelt werden. Von dort aus führte uns unser Weg durch ein auf Stelzen erbautes Dorf inmitten eines Sees, umgeben von Krokodilen und dichtem Dschungel. Wir reisten durch die lebendige Großstadt Kumasi, überquerten farbenfrohe Märkte, passierten beeindruckende Wälder und zugleich die ärmsten Dörfer des Landes, bis wir schließlich die Savanne im Norden Ghanas erreichten. Dort lag der eigentliche Anlass unserer Reise: das von Pirna initiierte Hilfsprojekt in Damongo und Larabanga. In beiden Orten befinden sich Schulen, die durch Spenden und gezielte Projektplanung unserer Schule unterstützt werden. Die Junior High School in der Kreisstadt Damongo besuchten wir mit Koffern voller Laptops sowie Fuß- und Volleybällen, die nun die Unterrichtsbedingungen erheblich verbessern. Unser Berufliches Schulzentrum sammelt zudem Spenden, um die Grundschule in Larabanga mit neuer Ausstattung – darunter Möbel und Lernmaterialien – zu unterstützen und so ein besseres Lernumfeld zu schaffen. Eine erste große Spende konnte bereits erfolgreich in neue Schulmöbel investiert werden. Doch die Klassen wachsen stetig, immer mehr Kinder möchten lernen und ihre Zukunft selbst gestalten. Raum und Materialien reichen bislang nicht aus. Unsere geplante zweite Renovierung eines Schulhauses konnte leider im Rahmen der Reise noch nicht umgesetzt werden, da staatliche Fördergelder bisher nicht freigegeben waren. Vor Ort verschafften wir uns einen persönlichen Eindruck von den Schulen und begegneten den Schülerinnen und Schülern, die uns mit großer Herzlichkeit empfingen. Die Begegnungen waren lebendig, farbenfroh und voller Offenheit. Im Austausch über die Besonderheiten unserer jeweiligen Länder lernten wir einander besser kennen. Wir spielten, tanzten und lachten gemeinsam und schlossen Freundschaften in einer zunächst fremden Welt, die sich mit jedem Tag vertrauter und familiärer anfühlte. Im Rahmen einer neuen Projektplanung führte uns unsere Reise weiter nach Westen. In Tamale trafen wir den Studenten Alidu, dessen Studium durch von uns gesammelte Spendengelder gefördert wird. Seine Universität unterstützt die Reinigung und Instandsetzung eines Brunnens in Damongo. Dieser Brunnen wurde im Rahmen eines früheren Spendenprojekts errichtet und sichert die Wasserversorgung der Schule sowie umliegender Familien. Langsam näherte sich unsere Reise ihrem Ende. Auf dem Weg zu einem der höchsten Wasserfälle Westafrikas im tropischen Regenwald begegneten wir Elefanten, Affen und Antilopen. Wir erlebten die kulturellen und religiösen Unterschiede zwischen dem Süden und Norden Ghanas – und reflektierten zugleich die Unterschiede zu unserer eigenen Kultur. Die letzten warmen Tage genossen wir am Strand und bei einem abschließenden Spaziergang durch die bunten Straßen Accras. Mit unzähligen neuen Eindrücken, Erfahrungen, Freundschaften und einer gewachsenen Wertschätzung für andere Lebensrealitäten traten wir schließlich die Heimreise an. Diese Reise hat unseren Horizont nachhaltig erweitert und unser Verständnis für globale Zusammenhänge vertieft. Wer unsere Projekte finanziell unterstützen will, kann dies hier tun: Förderverein Friedrich-Schiller-Gymnasium, DE21850600001000812358, BIC: GENODEF1PR2, Kennwort: Ghana Entwicklungshilfe oder direkt: https://gofund.me/404f4de36 Jeder Euro kommt direkt vor Ort an und verbessert die Lebensrealität der Kinder. Weitere Informationen über https://www.damongo-larabanga.de/ Text: Julia Wuitz, Absolventin des Beruflichen Gymnasiums Fotos: Dr. Sonntag






